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Ermittlungen wegen illegalen Online-Glücksspiels: Razzia in der Rhein-Main-Region

Geschrieben von Mara Richter · 20.10.2026

Ermittlungen wegen illegalen Online-Glücksspiels: Razzia in der Rhein-Main-Region

Polizeieinsatz bei Durchsuchungen im Zusammenhang mit illegalem Online-Glücksspiel in Deutschland

Deutsche Behörden einschließlich der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main haben elf Objekte im Rhein-Main-Gebiet durchsucht und dabei mehr als hundert Einsatzkräfte eingesetzt, während ein Hauptverdächtiger festgenommen wurde und fünf weitere Personen wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen und organisierten illegalen Online-Glücksspiel untersucht werden.

Verlauf der Operation und beteiligte Stellen

Die Aktion richtete sich gegen Plattformen, die vorwiegend virtuelle Spielautomaten ohne deutsche Lizenz anboten, und umfasste zugleich Ermittlungen wegen möglicher Steuerhinterziehung, wobei die Behörden die Objekte koordiniert durchsuchten und Beweismaterial sicherten, das nun weiter ausgewertet wird. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main übernahm die Leitung, während Polizeikräfte aus der Region unterstützten und die Durchsuchungen in einem eng abgestimmten Zeitfenster stattfanden, damit keine relevanten Unterlagen oder Datenträger entzogen werden konnten.

Verdächtige Personen und konkrete Vorwürfe

Ein Hauptverdächtiger wurde unmittelbar festgenommen, während fünf weitere Personen als Beschuldigte geführt werden, denen die Behörden vorwerfen, kommerziell und organisiert illegale Glücksspielangebote betrieben zu haben, und zwar ohne die nach dem Glücksspielstaatsvertrag erforderlichen Lizenzen, wobei zusätzlich der Verdacht auf Steuerhinterziehung besteht und die Ermittler prüfen, in welchem Umfang Gewinne aus den Plattformen abgeschöpft und nicht versteuert wurden.

Finanzielle Größenordnung der Plattformen

Zwischen Juli 2021 und Ende 2023 sollen die betroffenen Plattformen rund 5,86 Milliarden Euro an Spieleinsätzen verarbeitet haben, und für das Jahr 2024 wird ein Steuerschaden von etwa 77,6 Millionen Euro geschätzt, was die Ermittler auf Grundlage der bisher ausgewerteten Daten errechnet haben und nun durch weitere Analysen von Transaktionsaufzeichnungen und Serverdaten präzisieren wollen. Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des mutmaßlichen Geschäftsmodells, das sich über mehrere Jahre hinweg entwickelt hatte und sowohl Spieler aus Deutschland als auch aus anderen Ländern erreichte, während die Betreiber die Angebote ohne die vorgeschriebenen Sicherheits- und Lizenzvorgaben führten.

Untersuchung von Online-Glücksspiel-Plattformen und Beschlagnahmung von Beweismaterial

Rechtliche Rahmenbedingungen und laufende Schritte

Das deutsche Glücksspielrecht schreibt vor, dass Anbieter von Online-Spielautomaten eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder benötigen, und ohne diese Erlaubnis gelten die Plattformen als illegal, weshalb die Staatsanwaltschaft nun prüft, ob und in welchem Umfang die Beschuldigten gegen diese Vorschriften verstoßen haben, während die beschlagnahmten Datenträger und Unterlagen ausgewertet werden, um die genauen Strukturen der Organisation und die Höhe der hinterzogenen Steuern festzustellen. Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit auf die Verantwortlichkeiten der einzelnen Personen und auf mögliche Verbindungen zu weiteren Akteuren im In- und Ausland.

Fazit

Die Durchsuchungen und die Festnahme markieren einen weiteren Schritt der Behörden im Kampf gegen nicht lizenzierte Online-Glücksspielangebote, und die Ermittlungen dauern an, wobei die bisherigen Ergebnisse bereits zeigen, dass die Plattformen in großem Umfang Spieleinsätze abgewickelt haben und zugleich erhebliche Steuerausfälle entstanden sind. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wird die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und weitere mögliche Beteiligte zu identifizieren.